26.05.2014 / Titel / Seite 1

Massen gegen Erdogan

Nach den Todesschüssen von Istanbul: Zehntausende protestieren in Köln. Türkischer Ministerpräsident verteidigt seine »Antiterroroperation«

Nick Brauns
Anläßlich des Besuchs des türkischen Ministerpräsidenten am Sonnabend waren wesentlich mehr Gegner als Anhänger Recep Tayyip Erdogans in Köln. Die Alevitische Gemeinde Deutschland (AABF) sprach von 60000 Demonstranten, die Polizei zählte 45000. Für einen zusätzlichen Mobilisierungsschub hatte die tödliche Polizeiaktion im vor allem von Aleviten bewohnten Istanbuler Arbeiterviertel Okmaydani gesorgt. Bei der gewaltsamen Auflösung einer Gedenkkundgebung für einen von der Polizei getöteten Jugendlichen war am Donnerstag der unbeteiligte 30jährige Familienvater Ugur Kurt in einem alevitischen Gebetshaus von einem Polizisten erschossen worden. Ein weiterer Mann starb während der nachfolgenden Straßenkämpfe. Erdogan rechtfertigte das Vorgehen der Polizei in seiner Kölner Rede als »Antiterroroperation«. Viele Aleviten sehen dagegen die Fortsetzung einer jahrzehntelangen, von Massakern und Diskriminierung geprägten Staatspolitik gegenüber der religiösen Minderhei...

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