21.05.2014 / Thema / Seite 10

Schläger und Mordbrenner

Hintergrund. Mit roher Gewalt wurde die Putschregierung in der Ukraine an die Macht gebracht. Mit dem Brandanschlag auf das Odessaer Gewerkschaftshaus am 2. Mai ­erreichte die Eskalation bisher ihren Höhepunkt. Eine Chronik der Brutalität

Reinhard Lauterbach
Für den Abend des 2. Mai war in Odessa ein Fußballspiel angesetzt. Der örtliche Erstligaklub »Tschernomorez« empfing die Mannschaft des Charkiwer »Metallist«. Etwa 1500 Fans beider Teams versammelten sich vor dem Spiel zu einem gemeinsamen Marsch »für die Einheit der Ukraine«. Doch statt im Stadion endete dieser Zug im größten Massaker, das die Ukraine seit dem Beginn des »Euromaidan« erlebt hat.

Alles begann mit Auseinandersetzungen zwischen »proukrainischen« und »prorussischen« Demonstranten am Nachmittag des 2. Mai. Am Griechischen Platz fielen Schüsse. Sie trafen Vertreter beider Gruppen. Wer sie abgefeuert hat, ist unklar. Die blau-gelbe Seite beschuldigt die »Separatisten«, angefangen zu haben. Anwohner berichten, daß mehrere hundert Polizisten aus Lwiw – der Nationalistenhochburg im Westen – nach Odessa abkommandiert worden seien. Sie hätten Uniform getragen und – ebenso wie schwerbewaffnete und maskierte Männer in Ta...

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