21.05.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

»Wir können nicht zurück«

Immer mehr junge Spanier müssen ihre Heimat verlassen, um im Ausland zu arbeiten. Jetzt beginnen sie, sich zu organisieren. Ein Gespräch mit Lara Hernández

Carmela Negrete
Lara Hernández ist Spanierin, 28 Jahre jung und lebt in Berlin, weil sie in ihrer Heimat trotz guter Ausbildung keine Arbeit finden konnte. Für Spaniens ­Vereinigte Linke (IU) kandidiert sie am 25. Mai auf dem zehnten Listenplatz für das ­Europaparlament

Bis zum Beginn des EU-Wahlkampfs waren Sie »nur« eine weitere der »neuen Emigranten« in Deutschland. Was haben Sie hier erlebt?

Bevor ich nach Deutschland gekommen bin, habe ich in Madrid zwei Jahre lang beim Kaufhaus El Corte Inglés gearbeitet. Zunächst während meines Masterstudiums an den Wochenenden, um etwas dazuzuverdienen. Anschließend wurde der Job dann das einzige, was ich machen konnte. So sah ich in Madrid keine berufliche Zukunft mehr für mich. Im Mai vor zwei Jahren kam ich dann mit einem Stipendium der spanischen Regierung nach Deutschland, um ein Praktikum bei einer Sprachenschule zu machen. Ich habe voll gearbeitet, 40 Stunden in der Woche – dafür bekam ich monatlich 500 Euro. Das gin...

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