15.05.2014 / Medien / Seite 15

»Niemand wagt es, laut zu protestieren«

Immer konform mit dem Kanzleramt: Bei der Deutschen Welle dürfen nur »geeignete« Journalisten Kommentare schreiben. Gespräch mit Jonas Jones

Peter Wolter
Jonas Jones ist das Pseudonym eines ­anonym bleiben wollenden Redakteurs des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle (DW)

Sie sind Redakteur bei der Deutschen Welle (DW), die in etwa 30 Sprachen per Hörfunk, TV und Internet die Weltöffentlichkeit über die deutsche Sicht der Dinge informiert. Diese Rundfunkanstalt ist zwar öffentlich-rechtlich, gleichwohl aber staatlich dominiert – gibt es in aktuellen Krisen Vorgaben für die Berichterstattung?

Aktuell ist z.B. die Vorgabe, den Begriff »Referendum« – gemeint ist die Abstimmung in der Ost­ukraine – immer in Anführungszeichen zu schreiben oder mit dem Zusatz »illegal« oder »sogenannt«. Dieser unsinnige Eingriff in unser journalistisches Vokabular ist ein Beispiel für direkte Zensur. Im Duden wird das Wort »Referendum« als Volksentscheid über eine bestimmte Frage definiert – dieser Terminus ist also weder positiv noch negativ besetzt.

Jetzt sind aber alle Journalisten der DW gezwunge...


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