15.05.2014 / Inland / Seite 4

»Zum Monster gemacht«

Nach Freispruch für Gießener Linken-Politiker Dennis Stephan: Im »letzten Wort« des Angeklagten zeigte er sich empört über seine Zwangspsychiatrisierung

Gitta Düperthal
Nun also Freispruch für den Gießener Linken-Kreistagsabgeordneten Dennis Stephan: Vom Verdacht der schweren Brandstiftung keine Spur mehr? Am Dienstag im Landgericht Gießen sah alles nach verzweifeltem Zurückrudern aus: Nein, Vorsatz habe nicht nachgewiesen werden können, aber Sachbeschädigung könne es gewesen sein, so die Vorsitzende Richterin Regine Enders-Kunze in ihrer Urteilsbegründung. Staatsanwalt Klaus Bender hingegen war in seinem Plädoyer bei der – in Verhandlungen seit Oktober 2013 gebetsmühlenartig behaupteten – Ursprungshypothese geblieben, Stephan habe sich der gefährlichen Brandstiftung in seiner eigenen Wohnung schuldig gemacht. Eine weitere Unterbringung in der Psychiatrie wollte er aber nicht anordnen: Zur Tatzeit sei Stephan nicht schuldfähig gewesen. So redete er sich aus für den Linken-Politiker folgenreichen Anschuldigungen heraus. »Freispruch bleibt Freispruch«, kommentierte Stephans Anwalt Thomas Saschenbrecker nach dem...

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