15.05.2014 / Titel / Seite 1

Massaker aus Profitsucht

Türkei: Hunderte Bergleute sterben bei Grubenunglück. Opposition hatte vor Sicherheitsmängeln nach Privatisierung gewarnt

Nick Brauns
Hunderte Bergarbeiter sind bei einem Grubenunglück in der westtürkischen Provinz Manisa ums Leben gekommen. Dienstag nachmittag war in dem Kohlebergwerk bei der Stadt Soma ein Umspannwerk in 400 Meter Tiefe explodiert und hatte einen Grubenbrand ausgelöst. Durch den Stromausfall setzten Aufzüge und Luftzufuhr aus. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich 787 Bergleute unter Tage. Rund 360 von ihnen konnten bis Mittwoch früh gerettet werden. Bis Redaktionsschluß wurden 238 Tote geborgen. Die Zahl der Opfer dürfte deutlich höher liegen, denn Hunderte Kumpel waren noch zwei Kilometer unter Tage in einer Entfernung von vier Kilometern vom Grubeneingang eingeschlossen. »Ich muß sagen, daß unsere Hoffnungen für die Rettungsversuche schwinden«, erklärte Energieminister Taner Yildiz von der islamisch-konservativen Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP). Die Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Nach Angaben des Ministeriums für Ar...

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