08.05.2014 / Thema / Seite 10

Meister der Hintertreppe

Jean-Claude Juncker ist der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei für die Europawahlen. Der langjährige Regierungschef der größten Finanzoase des Kontinents, Luxemburg, vertritt wie kein anderer die Macht der Banken

Werner Rügemer
Im Jahr 2013 verlor Jean-Claude Juncker als langjähriger Ministerpräsident Luxemburgs wegen einer Geheimdienst»affäre« infolge von anberaumten Neuwahlen sein Amt. Die deutsche Bundeskanzlerin heftete ihm danach während einer Regierungsklausur in Schloß Meseberg das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an die Brust. Sie würdigte seine »unschätzbaren Leistungen für Europa«. Juncker bedankte sich unterwürfig: »Richtig und gut ist, daß Angela Merkel Deutschland und Europa führt.« Die Kanzlerin drückte ihn als EVP-Spitzenkandidaten bei den Europawahlen 2014 durch. Er soll neuer Präsident der Europäischen Kommission werden. Warum?

Treuer Diener deutscher Herren

In seinem politischen Leben reifte er schrittweise zum treuesten Diener seiner deutschen Herrschaft heran. Junckers Vater war von der nazideutschen Besatzungsmacht im Zweiten Weltkrieg zwangsrekrutiert und an die Ostfront geschickt worden. Der Ende 1954 geborene Sohn zog es später...

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