17.04.2014 / Inland / Seite 4

Fast zu Tode verwaltet

Nach Drama um schwer geschädigtes Flüchtlingskind in Bayern: Gericht verurteilt drei Heimangestellte wegen unterlassener Hilfeleistung

Susan Bonath
Das Amtsgericht Fürth befand am Dienstag drei Mitarbeiter des Erstaufnahmelagers Zirndorf der fahrlässigen Körperverletzung durch unterlassene Hilfeleistung für schuldig. Es verurteilte sie zu Geldstrafen zwischen 2400 und 3000 Euro, wie der bayrische Flüchtlingsrat und die Menschenrechtsorganisation »Pro Asyl« am Dienstag abend informierten. Die beiden Pförtner und eine Betreuerin hatten sich im Dezember 2011 geweigert, einen Krankenwagen für den damals 15 Monate alten Leonardo zu rufen. Das schwerkranke Kind entging nur knapp dem Tod.

Leonardo lebte mit seinen aus Serbien stammenden Eltern Jovica und Klaudija Petrovic erst wenige Tage in dem Flüchtlingsheim, als er hohes Fieber bekam. Eine Ärztin diagnostizierte zunächst einen Infekt und verschrieb Zäpfchen. Doch als sich am Morgen des 19. Dezember 2011 schwarze Flecken über Gesicht, Arme und Beine des Jungen ausgebreitet hatten, alarmierte der Vater den Sicherheitsdienst der Einrichtung. I...

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