14.04.2014 / Politisches Buch / Seite 15

Heldendank

Wie kam es zur Begeisterung von Millionen? Kurt Pätzold hat Propagandadarstellungen des Ersten Weltkriegs und deren Fortleben untersucht

Arnold Schölzel
Es tut sich Erstaunliches: 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges stehen dickleibige Bücher über ihn an der Spitze von Beststellerlisten, finden Ausstellungen zur Kunst oder zum Alltag jener Zeit ein großes Publikum, veröffentlichen Tageszeitungen und Zeitschriften Serien und Beilagen zum Thema. In Frankreich oder Großbritannien war breites öffentliches Interesse an diesem Krieg nie an Jahreszahlen gebunden, in Deutschland herrschte nach 1945 vor allem im Westteil generell Desinteresse vor. Die Spuren schreckten: Wer vom Ersten Weltkrieg reden will, kann von seinen Ursachen nicht schweigen – sollte man meinen.

Das war und ist, wie Kurt Pätzold in seinem Buch »1914. Das Ereignis und sein Nachleben« zeigt, in den deutschsprachigen Ländern aber der Fall. Heute zögen Geschichtsinterpreten, »eine aufsteigende Linie vom Jahre 1914 in unsere Tage, so daß der Weltkrieg mit der Erfahrung eines Menschenschlachthauses als Voraussetzung oder Grundsteinle...

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