31.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Rechte Pilgerstätte

Faschisten marschieren durch die ukrainische Hauptstadt und »bewachen« das Parlament. Auf dem Maidan gibt es Bandera-Bilder und Kurse im Mollibau

Peter Wolter, Kiew
Seit der Ermordung ihres Führers Olexander Muzytschko treten in der Ukraine die Faschisten des »Rechten Sektors« noch offener und aggressiver auf. Trupps kahlgeschorener junger Leute marschierten am Wochenende im Kampfanzug durch das Zentrum der Hauptstadt. Überall hängen Plakate, die für die Bildung einer »Nationalgarde« werben – versehen mit dem Porträt eines jungen Mannes, das stark an die Darstellung von HJ-Jungen in der deutschen Nazipropaganda erinnert. Am Donnerstag abend hatten Kämpfer des »Rechten Sektors« erst einige Fenster des Parlamentsgebäudes eingeworfen, bevor sie es für kurze Zeit besetzten. Uniformierte Faschisten, die jeden Ausländer feindlich mustern, »bewachen« seitdem das Gebäude. An der Fassade hängen »Steckbriefe« kommunistischer Abgeordneter, die nicht im Sinne der Nationalisten abgestimmt hatten.

Die Faschisten haben das Sagen auf dem Maidan, der immer noch mit Bergen von Autoreifen, Pflastersteinen und Müll verbarrikadier...

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