26.03.2014 / Inland / Seite 5

Polizei außer Kontrolle

Pfefferspray wird immer maßloser eingesetzt, lebensgefährliche Wechselwirkungen weiter bestritten. In Sachsen gingen Beamte gar mit Frostschutzmittel auf Linke los

Markus Bernhardt
Immer häufiger kommt es in der Bundesrepublik zu brutalen Pfeffersprayeinsätzen gegen Demonstrierende. So setzte die Berliner Polizei allein 2013 in 499 Fällen den unter Umständen lebensgefährlichen Reizstoff ein. Dies geht aus einer Antwort des Berliner Innensenators Frank Henkel (CDU) auf eine parlamentarische Anfrage der Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus hervor.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beteuert gebetsmühlenartig, Pfefferspray werde nur zielgerichtet gegen »Gewalttäter« eingesetzt, gesundheitliche Gefahren bestünden nicht. Die Realität widerlegt solche Aussagen. So gingen in Mannheim erst vergangenen Sonnabend Polizisten mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen demonstrierende Antifaschisten vor. Mehrere von ihnen erlitten nach Augenzeugenberichten im Internet »zum Teil schwere Verletzungen«.

Organisationen wie Amnesty International (AI) weisen seit langem auf die von dem Reizstoff ausgehenden Gefahren hin und ford...

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