20.03.2014 / Feuilleton / Seite 13

Neue Strenge

Es wird politisch: Abwärts! tritt das Erbe ostdeutscher Untergrundmagazine an

Christof Meueler
Der Westen ist einsam« hieß die beste Platte der Hamburger Band Abwärts, erschienen 1982. Stimmt diese salonbolschewistische Parole noch, jetzt, da der Westen fast überall ist? Aber ja doch: »Seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts glaubt sich die westliche Welt in der Offensive, aber die kapitalistische Welt ist nicht die beste alle möglichen; sie ist nur übriggeblieben und überfällig. Ihren Niedergang als Realität und Reli­gion erleben wir heute«, ist im Editorial der neuen Berliner Zeitschrift Abwärts! zu lesen.

Es geht bergab mit dem Westen, noch steiler als es die Marxisten eh’ schon sagten, seit ca. 1967. Doch es kommt nicht die befreite Gesellschaft in Blick, es tauchen, wie in Griechenland und der Ukraine, starke faschistische Bewegungen auf. Proletarier, ihr müßt rüsten! »Abwärts konstatiert Realität – und sucht Partner, um sich gegen jene zu verbünden«, lautet der Anspruch im Editorial.

Der Name der Zeitschrift soll von Franz...



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