18.03.2014 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Industrie fast ohne Streik

Bilanz 2013: In Deutschland sind Arbeitskämpfe im internationalen Vergleich selten. Wenn, dann wird vor allem im Dienstleistungssektor die Arbeit niedergelegt

Daniel Behruzi
In Deutschland wird traditionell wenig gestreikt. Insbesondere in der Industrie rufen die Gewerkschaften selten zu Arbeitsniederlegungen auf. Das geht aus einer Bilanz für 2013 hervor, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag vorstellte.

Rund eine Million Beschäftigte haben sich nach Berechnungen des WSI 2013 an Arbeitsniederlegungen beteiligt. Das sind etwas weniger als 2012 mit 1,2 Millionen. Auch die Zahl der streikbedingt ausgefallenen Arbeitstage ging um 80000 auf 551000 leicht zurück. Im internationalen Vergleich ist die Streikaktivität in Deutschland niedrig: Während zwischen 2005 und 2012 hierzulande im Jahresdurchschnitt 16 Arbeitstage pro 1000 Beschäftigte ausfielen, waren es im Nachbarland Frankreich 150. Auch in Kanada (117 Tage pro 1000 Beschäftigte), Dänemark (106 Tage) und Belgien (73 Tage) wird sehr viel häufiger gestreikt. Für die USA (10 Tage), die Niederlande (9 Tage) und Ö...

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