15.03.2014 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Eingestürzte Dächer, verbrannte Wände

Um die syrische Hauptstadt Damaskus haben Armee und Bewaffnete Waffenstillstände ausgehandelt. Die Lage hat sich beruhigt, Kriegszerstörungen sind aber überall spürbar

Karin Leukefeld, Damaskus
Freitag vergangener Woche in Damaskus. Der Muezzin, der die Gläubigen zum Gebet gerufen hatte, ist verstummt. Auf der Bagdadstraße nahe des palästinensischen Friedhofes stauen sich die Autos in Dreierreihen vor einem Kontrollpunkt, den nur je zwei Fahrzeuge passieren können. Ein alter Mann sitzt erschöpft auf der Mauer des Friedhofs, dessen großes Eisentor geschlossen ist. Die Hemdsärmel unter seinem Jackett hat er aufgekrempelt, die Unterarme sind auf die Knie gestützt, über denen schlaff seine Hände herunterhängen. Der Kopf des Mannes ist vornüber auf die Brust gekippt, der Schlaf scheint ihn übermannt zu haben.

Vor dem Kontrollpunkt geht es langsam voran, nach Reißverschlußprinzip. Die Fahrer und männliche Insassen zeigen ihre Ausweise vor, dann gehen die Soldaten zum Kofferraum, den sie auf verdächtige Gegenstände durchsuchen. Wenn die Klappe wieder herunterfällt, klopfen sie zweimal kurz auf das Fahrzeug als Zeichen, daß der Wagen weiter...

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