14.03.2014 / Titel / Seite 1

Tausende gegen Erdogan

Türkei: Massenproteste nach Beerdigung von 15jährigem Polizeiopfer. Regierungschef bedauert nur Kursstürze an der Börse. Zwei weitere Tote bei Auseinandersetzungen

Nick Brauns
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verweigert sich weiter der Realität. Nachdem am Vortag erneut Hunderttausende gegen seine Politik und das gewaltsame Vorgehen der Polizei auf die Straße gegangen waren, erklärte der Regierungschef am Donnerstag, die Demonstranten wollten nur Chaos säen und auf diese Weise die anstehenden Kommunalwahlen beeinflussen. »Es sind Scharlatane, sie haben nichts mit Demokratie zu tun, sie glauben nicht an Wahlen«, sagte Erdogan der Nachrichtenagentur Reuters zufolge bei der Eröffnung einer U-Bahn-Linie in Ankara.

In der Nacht zuvor war es erneut zu Straßenschlachten zwischen Regierungsgegnern und der Polizei gekommen. Auseinandersetzungen wurden aus Istanbul, Ankara, Izmir, Mersin, Dersim, Adana und Eskisehir gemeldet. Auslöser dieser größten Proteste seit Monaten war der Tod des 15jährigen Schülers Berkin Elvan. Er war während der Gezi-Park-Proteste im vergangenen Juni in Istanbul von einer Tränen...

Artikel-Länge: 3712 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe