10.03.2014 / Politisches Buch / Seite 15

Das Vernichtungslager

Ralph Dobrawas Band über den Frankfurter Auschwitz-Prozeß

Erich Buchholz
Die Aktualität des Buches »Der Auschwitz-Prozeß« von Ralph Dobrawa kam in einer Pressemeldung vom Herbst 2013 überdeutlich zum Ausdruck: »Europas Juden fühlen sich bedroht.« 50 Jahre zuvor, am 20. Dezember 1963, hatte das Verfahren vor dem Schwurgericht beim Landgericht Frankfurt am Main begonnen. Der Autor gab seinem Werk den Untertitel: »Ein Lehrstück deutscher Geschichte.« Das ist es.

Denn es vermittelt nicht nur die im Prozeß nachgewiesenen beispiellosen Verbrechen der Nazis in Auschwitz – die industriemäßige Ermordung von ungezählten Menschen, von Juden. Es würdigt auch den Mut und die Entschlossenheit von bundesdeutschen Juristen, namentlich des Generalstaatsanwalts des Landes Hessen, Fritz Bauer, und seiner Staatsanwälte sowie des Gerichts, das Verfahren konsequent bis zur Verurteilung der angeklagten Verbrecher am 20. August 1965 durchzuführen. Die Juristen hatten mit der überbordenden Verniedlichung der Naziverbrechen zu kämpfen, einer sch...

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