08.03.2014 / Thema / Seite 10

Faschistische Hegemonie

Hintergrund. Entgegen anderslautender Behauptungen dominieren ultrarechte Gruppen den Kiewer Maidan. Ihr Anhang wächst

Thomas Eipeldauer
In der Kiewer Chreschtschatik-Straße, kurz bevor man zum zentralen Maidan kommt, bewachen Vermummte mit Schildern und Knüppeln den Eingang zu einem Gebäude. An der Tür klebt das Symbol des »Rechten Sektors«, der Trisub (dt. etwa Dreizack) auf schwarz-rotem Untergrund. Davor warten, eigentlich zu fast jeder Tageszeit, einige Dutzend Menschen, vor allem junge Männer, auf Einlaß. Sie wollen beitreten, mitkämpfen. Gegen Korruption, gegen die Oligarchen, wie sie sagen.

Ich treffe einen Mann, der den Kampfnamen Sucha, »der Trockene«, trägt. Auch er ist erst seit kurzem dabei, aber er hat sich schon in den Rang eines stellvertretenden Kommandanten hochgearbeitet. Seit 1991, seit er den Komsomol, den kommunistischen Jugendverband, verlassen habe, sei er in keiner politischen Partei mehr gewesen. Jetzt erst fühle er sich gut aufgehoben: »Ich dachte, ich sei ganz allein mit meinen Gedanken. Aber jetzt habe ich Freunde gefunden, Gesinnungsgenossen.« Er ...

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