06.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Leben ohne Zukunft

Aus dem syrischen Homs Geflüchtete schildern Zustände in der umkämpften Altstadt

Karin Leukefeld, Homs
Es ist, als sei ich neu geboren«, sagt ein junger Mann, der mit 14 anderen als vorerst letzte Gruppe die Altstadt von Homs verlassen durfte. Die syrisch-orthodoxe Kirche konnte durch Vermittlung des Jesuitenpaters Francis und mit Unterstützung des Gouverneurs die Kämpfer im Viertel Bustan Al-Diwan überzeugen, die Menschen ziehen zu lassen.

Unter ihnen ist auch ein junger Mann, der sich als »Emad« vorstellt. Er fürchtet um sich und seine Familie, falls irgend jemandem nicht gefallen sollte, was er zu berichten hat, begründet er die Wahl eines anderen Namens. Ein Jahr und neun Monate hat »Emad« in Bustan Al-Diwan unter der militärischen Belagerung von Kämpfern und syrischer Armee verbracht. »Ich habe in völliger Dunkelheit gelebt«, berichtet er. »Ohne einen Lichtstreif, ohne Zukunft.« Dann legt er lächelnd den Arm um seine Frau, die neben ihm sitzt. »Sieben Jahre sind wir verheiratet und haben uns fast zwei Jahre davon nicht gesehen.« Als alles anfing, war...

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