04.03.2014 / Inland / Seite 4

Zermürbender Protest

Gewalttaten untereinander, Hilflosigkeit unter den Aktivisten und Streit mit deutschen Unterstützern stellen Flüchtlinge in Berlin vor große Probleme

Markus Bernhardt
Seit Oktober 2012 campieren Dutzende Flüchtlinge auf dem Oranienplatz im Berliner Bezirk Kreuzberg, um gegen die menschenunwürdige Asylpolitik der deutschen Bundesregierung und die rassistische Ausgrenzung zu protestieren. Ebenso halten sie seit November des gleichen Jahres die ehemalige Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg besetzt. Bekamen die Flüchtlinge zu Beginn ihrer Proteste noch mehrheitlich die Zustimmung und Solidarität der Berliner Bevölkerung, mehren sich mittlerweile Beschwerden und Unverständnis. Selbst in der linken Szene der Stadt macht sich Unbehagen über die Zustände am Oranienplatz und vor allem in dem besetzt gehaltenen ehemaligen Schulgebäude breit. Öffentlich will sich niemand zu den Problemen äußern. Zu schwer wiegt offenbar die Sorge, als Teil des stetig wachsenden Chors der Flüchtlingskritiker wahrgenommen zu werden. Von Beginn der Besetzungen an war klar, daß es nicht gelingen würde, die deutschen Asylgesetze durch den berechtigt...

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