27.02.2014 / Thema / Seite 10

Lob der Ungleichheit

Rezension. Thilo Sarrazin rettet Deutschland vor dem »Tugendterror«. Furchtlos bekämpft er das Egalitätspostulat des Christentums, der Französischen Revolution und des Marxismus

Michel Zander
Linke beherrschen die deutschen Medien und die öffentliche Meinung im Land. Das jedenfalls glaubt Thilo Sarrazin (SPD), dessen Buch über den »neuen Tugendterror« am vergangenen Montag in einer Startauflage von 100000 Exemplaren erschienen ist. Seine Ansicht mutet bizarr an, originell ist sie aber nicht. Bereits in den 1980er Jahren schimpften die US-Neokonservativen auf eine angeblich »linke Elite«. Sie bildeten sich, so die Journalistin Barbara Ehrenreich, »nur allzu gern ein, sie seien die umzingelten Rebellen, die sich tapfer gegen ein mächtiges Establishment wehren« (vgl. jW-Thema vom 26.8.2011). Im Zuge der sogenannten Sarrazin-Debatte 2009 bis 2011 warnte Berthold Kohler, Mitherausgeber der FAZ, vor der »Linken in Politik und Publizistik«, die »rote Linien« gezogen habe, »von der Ausländerpolitik bis zur Vergangenheitsbewältigung«, und die auch in der »stromlinienförmig gewordenen CDU« den Ton angebe (FAZ, 9.9.2010).
Man mag es auf den ersten Blick ...

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