18.02.2014 / Ausland / Seite 6

Vertreibung aus Jarmuk

Zwei Drittel der 600000 Palästinenser in Syrien auf Hilfe angewiesen

Karin Leukefeld, Damaskus
Sechs Monate war ich in Jarmuk, sehen Sie, wie dünn ich geworden bin!« Der alte Mann lacht, als er seinen Pullover und zwei Hemden hochzieht und den ausländischen Gästen stolz seinen Bauch präsentiert. 30 Kilo habe er verloren, erzählt er, und der schweizerische Nationalrat Geri Müller nickt dem Mann zu, dessen Verwandtschaft sich um ihn herum versammelt hat. Vor wenigen Tagen erst sei Abu Mohammad aus Jarmuk herausgekommen, erzählt sein Bruder, der sich unter einer Decke wärmt. Abu Mohammad strahlt über das ganze Gesicht, das sich in unzählige Falten legt. 1943 sei er in Palästina geboren, antwortet er auf die Frage des Nationalrats. 1948 mußte er mit den Eltern fliehen und fand Zuflucht in Zelten vor den Toren von Damaskus. Aus den Zelten wurde das Lager Jarmuk, wo er seitdem gelebt habe. Doch nachdem die bewaffneten Gruppen im Dezember 2012 Jarmuk eingenommen hatten, sei es zur Kriegszone geworden. Zehntausende Familien flohen, die Familie des alten Ma...

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