05.02.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Gelassen in den Krieg

Frankreichs Freundschaft, Flüchtlingsabwehr und »fairer Handel« sind Deutschlands Interessen in Mali. Dort sollen Soldaten wieder »bereit sein«, für ihr »Heimatland zu sterben«

Christian Selz
Cheick Oumar Diarrah gab sich demütig. Den Blick meist auf den Boden gerichtet, ließ der malische Minister für Nationale Versöhnung und Entwicklung der Regionen des Nordens am vergangenen Freitag in Berlin die jüngere Geschichte seines Heimatlands Revue passieren. Eingeladen hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zur Veranstaltung »Den Frieden gewinnen: Nachhaltige Lösungsansätze für Mali«. Von den Wahlen im vergangenen Jahr sprach Diarrah, die »so transparent wie noch nie« gewesen seien, von »Legitimierung in der Bevölkerung«, der »Errichtung eines neuen Staates« und einem »neuen Gesellschaftsvertrag«. Das Bild des westafrikanischen Landes, das im Norden immer wieder von Anschlägen islamistischer Kämpfer erschüttert wird, malte Diarrah so blumig, daß sich fast die Frage nach dem Sinn des geplanten Einsatzes deutscher Truppen stellte.

Den »Kampf gegen den Terrorismus«, der »derzeit dank der französischen Truppen« geführt werde, lobte Diarrah aber natür...

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