29.01.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Lob dem Aktivisten

Pete Seeger ist tot. Seine Lieder vom Kampf der Klassen, gegen Krieg und Rassismus bleiben

Gerd Schumann
Pete Seeger ist tot, verstorben am Montag in New York, jener Stadt, in der er am 3. Mai 1919 das Licht der Welt erblickt hatte. Er sei eine »Folklegende« heißt es nun in allerhand wohltönenden Nachrufen – eine Kategorisierung, die nur unvollkommen die Bedeutung des hageren, knorrigen, bis zum Ende aufrechten Musikers trifft. Tritt doch mit Seeger einer der letzten Alten aus einer ganz besonderen Künstlergeneration ab, die das Wort »Aktivist« als Lob verstand.

Der Sänger mischte sich ein, zeigte Flagge, sah in seinen Songs, den Auftritten immer auch etwas Politisches, von seinem Publikum Geteiltes und Weitergetragenes. Kurz: Eine Kunst, die sich einmischte und niemals in jene peinliche Beliebigkeit nichtssagender Oberflächlichkeit abrutschte, die die kommerzielle Unterhaltungsindustrie ihren Produkten zumutet. Seeger wurde zum Symbol, als er für die Gewerkschaftsbewegung sang, für die schwarzen und roten Bürgerrechtler. Noch 2012 trat er...

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