16.01.2014 / Inland / Seite 4

Für die Polizei ganz normal

Prozeß gegen den Gießener Linken-Politiker Dennis Stephan zeigt, wie schnell es zur zwangsweisen Einweisung in die Psychiatrie kommen kann

Gitta Düperthal
Der Prozeß gegen den Gießener Linken-Politiker Dennis Stephan wird immer mehr zur Farce. Der Tatvorwurf der Brandstiftung, die er angeblich in seiner Wohnung begangen haben soll, besteht vor allem aus haltlosen Gerüchten. Zudem scheint niemand zu wissen, woher diese eigentlich stammen. Auch die befragten Polizisten, die ihn deswegen festgenommen hatten, konnten am Dienstag bei der Verhandlung vor der zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts in Gießen keine plausible Antwort geben.

Von der angeblichen Brandstiftung hätten die Polizisten nur von einem Kollegen namens Fuchs gehört. Dieser habe sie per Funk benachrichtigt, so die beiden Polizeizeugen. Woher er wiederum seine Informationen hatte, konnten sie nicht sagen. Zu erfahren war nur soviel: Am Morgen des 30. Juni 2013 gegen elf Uhr hatten vier Polizisten Dennis Stephan auf der Terrasse einer Vogelschutzhütte im Wald mit einem Laptop sitzen sehen und festgenommen. Zuvor seien sie von vier Spaziergän...

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