08.01.2014 / Inland / Seite 5

Wer legte das Feuer?

Dessau: Hunderte gedachten des vor neun Jahren im Polizeigewahrsam verbrannten Flüchtling Oury Jalloh. Generalbundesanwalt verlangt neuen Prozeß

Susan Bonath
Vor neun Jahren starb Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle. Er verbrannte, an Händen und Füßen auf eine feuerfest umhüllte Matratze gefesselt. Die genauen Umstände liegen bis heute im dunkeln. Am gestrigen Todestag gedachten Hunderte Menschen in der 80000-Einwohnerstadt des Flüchtlings aus Sierra Leone. An einer von lokalen Bündnissen initiierten Mahnwache beteiligten sich etwa 40 Personen. Am Nachmittag brachten rund 600 Demonstranten ihre Ansicht zum Ausdruck, daß es sich um einen Mord handele und forderten die Staatsanwaltschaft auf, den Fall endlich lückenlos aufzuklären. Sie waren dem Aufruf der Initiative »In Gedenken an Oury Jalloh« und mehreren Flüchtlingsorganisationen gefolgt.

Die Veranstaltungen verliefen bis zum Nachmittag friedlich. Allerdings störten mehrfach Neonazis das Gedenken. Vor zwei Jahren waren Beamte brutal gegen Demoteilnehmer vorgegangen, weil sie den Slogan »Oury Jalloh – das war Mord« nicht dulden wollt...

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