04.01.2014 / Thema / Seite 10

Massenkultur des Todes

Medienkritik. Der militärisch-unterhaltungsindustrielle Komplex gehört einer zerstörerischen Zivilisation ohne Hoffnungshorizont an

Peter Bürger
Welch wohliges Gefühl verschafft einem doch die Illu­sion, die Mächtigen folgten trotz mannigfacher Rückschläge dem Zivilisationskonsens der Charta der Vereinten Nationen (1945) und ließen sich von der Absicht leiten, »künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren«. Aber dem ist nicht so. Traditionelle Erscheinungsformen des Militarismus sind an der Tagesordnung.

Viel umfassender freilich sabotiert seit Jahrzehnten die populäre Massenkultur das zivilisatorische Projekt einer Ächtung des Krieges. Die Unterhaltungsindustrie unserer Epoche stellt zum Beispiel in Millionenauflagen Produkte bereit, in denen die Konsumenten für das exzessive Zerfetzen von dargestellten Menschen mit Spielpunkten belohnt werden. Die Käufer oder Nutzer solcher Unterhaltungsangebote haben u.a. die Wahl, ob sie ihre hierbei gefragten Leistungen am Bildschirm durch First-Person-Shooter, Third-Person-Shooter oder virtuelle Bombenabwürfe erbringen. In »intel...

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