04.01.2014 / Ausland / Seite 2

»Die Linke, die der Rechten gefällt«

In Uruguay ist ein Exguerillero Staatschef. Doch linke Politik verfolgt seine Partei schon lange nicht mehr. Gespräch mit Gustavo Lopez

Raoul Rigault
Gustavo Lopez ist Führungsmitglied des uruguayischen Linksbündnisses Unidad Popular (Volkseinheit), einem Bündnis aus 12 maoistischen und anderen Kleinparteien

Seit zehn Jahren hat Uruguay einen Führer der ehemaligen Stadtguerilla Tupamaros als Präsidenten und stellt seine Frente Amplio (FA, »Breite Front«) die Regierung. Warum ist da linke Konkurrenz nötig?

Ursprünglich war die Frente Amplio, der viele unserer Mitglieder angehörten, eine politische Kraft, die das Streben nach grundlegender gesellschaftlicher Veränderung am besten verkörperte. Ihr Programm war eindeutig antioligarchisch, antiimperialistisch und an den Bedürfnissen des Volkes orientiert. Im Laufe der Jahre hat sie allerdings eine Metamorphose durchgemacht und vertritt nun die Interessen des transnationalen Kapitals. Die FA-Regierung auch nur sozialdemokratisch zu nennen, wäre bereits sehr großzügig. In Wahrheit handelt es sich um eine sozialliberale Exekutive, die um jeden Preis eine Polit...

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