30.12.2013 / Feuilleton / Seite 13

Verwickelte Gefechtslage

Peter Ullrich betrachtet die »Politik im Antisemitismus- und Erinnerungsdiskurs«

Markus Mohr
Im Mai 2011 machten sich zwei als »Wissenschaftler« bezeichnende Karrieristen den Spaß, eine Art Exzerpt mit dem Titel »Antisemiten als Koalitionspartner?« unter dem irreführenden Begriff einer »Studie« an die Frankfurter Rundschau durchzureichen. Darin hatten Samuel Salzborn und Sebastian Voigt beliebige Anekdoten aus der jüngeren Geschichte der Partei Die Linke zusammengeleimt, um einen »antizionistischen Antisemitismus« als angeblichen Konsens in der Partei zu diagnostizieren.

Die Frankfurter Rundschau verstand diesen Gag sofort, und bot dieses Papier allen Neugierigen zum kostenlosen Download an – versehen mit dem launigen Hinweis: »unpublished – do not cite without permission of the autors« (nicht publiziert – keine Verwendung ohne Erlaubnis der Autoren). Und so führte eben diese »Studie« dann zu einer aufgeregten aktuellen Stunde im Bundestag, wo alle anderen Parlamentsfraktionen mit der Linkspartei ein Scherbengericht veranstalte...

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