13.11.2013 / Inland / Seite 5

Hilfe ohne Argwohn?

NSU-Prozeß. Zeugen schöpften angeblich keinen Verdacht. Zeitplan gerät ins Wanken. Scharfe Behördenkritik im Untersuchungsausschuß

Claudia Wangerin, München
Nicht weniger als acht Zeugen standen am Dienstag im Prozeß um die Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) auf der Ladungsliste des Oberlandesgerichts München; vier werden nun an einem anderen Verhandlungstag gehört werden müssen. Der straffe Zeitplan hatte schon vorab im Kreis der Nebenklagevertreter für Unmut gesorgt: Lediglich eine Stunde war etwa für die Vernehmung von Mandy Struck vorgesehen, die der Hauptangeklagten Beate Zschäpe nach dem Untertauchen ihre Identität geliehen haben soll. Nur jeweils 30 Minuten waren eingeplant für eine Zeugin, deren Krankenkassenkarte von Zschäpe genutzt worden war, sowie für den Geschäftsführer eines Chemnitzer Wohnmobilverleihs, bei dem während der NSU-Mordserie in den Jahren 2000 bis 2007 insgesamt 14mal Fahrzeuge für die mutmaßlichen Täter angemietet worden waren – auf die Namen der Mitangeklagten André Eminger und Holger Gerlach.

Dem Vernehmen nach hatte sich der Zeuge Alexande...

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