05.11.2013 / Titel / Seite 1

Ärzte als Folterhelfer

Studie entlarvt systematische Einbindung von Medizinern in menschenrechtswidrige Verhöre in US-Militärgefängnissen. Pentagon und CIA reagieren mit Dementis und Zynismus

Christian Selz
Ernsthafte Ungenauigkeiten« und »fehlerhafte Schlußfolgerungen«: CIA-Sprecher Dean Boyd giftete sein Dementi am Montag gewohnt reaktionsschnell. Stein des Anstoßes war die Präsentation der Studie »Ethik fallengelassen« einer Gruppe von 20 Experten aus Militär, Medizin, Rechts- und Gesundheitswesen. Finanziert vom Institute on Medicine as a Profession (IMAP) und den Open Society Foundations (OSF) des US-Milliardärs George Soros befaßten sich die Forscher zwei Jahre lang mit der Rolle des medizinischen Personals in den Militär-Kerkern von CIA und Pentagon in Guantánamo, Afghanistan und weiteren geheimgehaltenen Orten weltweit. Ihr Resümee: Amerikanische Dienste haben Mediziner nicht nur in Verhöre und Folter eingebunden, sie ließen von diesen sogar Methoden »entwickeln«. Trotz »Schritten des Verteidigungsministeriums zur Verbesserung der Behandlung von Inhaftierten« wende die CIA weiter Praktiken an, »die professionelle Standards unterminieren«.

Die Medizi...

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