04.11.2013 / Inland / Seite 4

Sanktionen gegen Schüler

Zeugniskontrolle: Kinder von Hartz-IV-Beziehern müssen sich vor niedersächsischem Jobcenter rechtfertigen. 15jährige sollen auf Stellengesuche reagieren

Susan Bonath
Jonas und Max* haben gute Noten. Später wollen die Brüder studieren. Bis zum Abitur bleiben Jonas noch knapp drei, Max zwei Jahre Zeit. Doch sie haben ein Problem: Ihre Eltern stocken mit Hartz IV auf. Deshalb müssen die Schüler sich regelmäßig gegenüber dem Jobcenter im niedersächsischen Nienburg erklären. Denn für diese Behörden gilt der Nachwuchs ihrer »Klienten« mit dem 15. Geburtstag als erwerbsfähig. Damit beginnt für Jugendliche in sogenannten Bedarfsgemeinschaften die Verfolgungsbetreuung.

»Ich möchte mit Ihnen Stellengesuche und vermittlungsrelevante Daten besprechen ...«, forderte die Behörde Max erstmals im Jahr 2011 auf. Er sollte Bewerbungen, Lebenslauf, Schulbescheinigung und eine Kopie seines letzten Zeugnisses mitbringen. Leiste er dem nicht Folge, »können Ihre Leistungen ganz oder teilweise eingestellt werden«, ließ die Behörde den Jungen wissen. Derzeit stehen Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren monatlich 289 Euro zu. Kindergeld und ...

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