25.10.2013 / Kapital & Arbeit / Seite 8

»EU-Auflagen treiben halb Europa in den Abgrund«

Beispiel Italien: Ökonom sieht Länder im Süden bei gleichbleibender Politik zum Ausstieg gezwungen. Ein Gespräch mit Riccardo Realfonzo

Raoul Rigault
Riccardo Realfonzo ist Professor für Politische Ökonomie an der süditalienischen Universität Sannio

In offiziellen EU-Kreisen heißt es vermehrt, daß die Krise bald überwunden sei und sich die bisherige Politik ausgezahlt habe. Sehen Sie das auch so?

Ganz im Gegenteil! Die aktuelle Ordnung der Europäischen Währungsunion ist technisch untragbar. Die restriktive Sparpolitik, die das Produkt der europäischen Verträge ist, neigt nicht nur dazu, die Krise zu verschärfen, sondern trägt auch zur Spaltung Europas bei. Sie vertieft die Kluft zwischen den zentralen Teilen der Eurozone, die ein gewisses Wachstum verzeichnen, und ihren Peripherien, wie Griechenland, Spanien und Italien, in denen das Bruttoinlandsprodukt weiter schrumpft und die Arbeitslosigkeit schwindelerregend steigt. Die EU-Auflagen treiben halb Europa in den Abgrund.

Wieviel Zukunft hat die Gemeinschaftswährung unter diesen Umständen?

Wenn keine bedeutende Änderung vorgenommen wird und...

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