21.10.2013 / Politisches Buch / Seite 15

Deutscher Adel

Jutta Ditfurths neues Buch über Traditionen des Antisemitismus

Michael Mäde
Auf den ersten Blick mag es einen schaudern, wenn ein Buch eine »Reise in eine Familiengeschichte« werden soll. Jutta Ditfurth aber erzählt in »Der Baron, die Juden und die Nazis« weniger über die weiten Verzweigungen ihrer ostelbischen Aristokratenverwandtschaft, sondern geht der Frage nach, »wann und warum sich der Adel dem antisemitischen Lager angeschlossen hat«.

Die Autorin untersucht dafür zunächst die Quellen des Judenhasses feudaler Stände und erörtert antisemitische Tendenzen in der deutschen Romantik bis 1815. Ausführlich beschreibt sie die Auseinandersetzung des ersten Vereinigten Preußischen Landtages 1847 über die »Emancipationsfrage der Juden« und belegt die judenfeindliche Grundströmung in diesem ständischen Parlament mit zahlreichen Zitaten. Der damals 32jährige Otto von Bismarck tat sich mit dem ironischen Bekenntnis hervor, er gehöre einer Richtung an, die »gestern als finster und mittelalterlich bezeichnet« worden sei. Er s...

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