19.10.2013 / Geschichte / Seite 15

Auf den Barrikaden

Vor 90 Jahren: Der bewaffnete Aufstand in Hamburg

Thomas Eipeldauer
Die Arbeiterklasse in Deutschland befand sich im Herbst 1923 in einer verzweifelten Lage. Die seit langem andauernde, nun aber sich ins Absurde steigernde Inflation drückte ihren Lebensstandard unter das Existenzminimum (siehe jW-Thema vom 30.7.2013). Standen 1920 die Preise beim Zehnfachen der Vorkriegszeit, verdoppelte sich das bis 1921 noch einmal. 1922 stiegen sie auf das Vierzigfache des Vorjahres, um 1923 wurde der Preis eines Brotes schließlich in Billionen angegeben. Die Inflation bedeutete eine permanente Entwertung der Löhne; sobald der Arbeiter das Bündel Scheine nach Hause gebracht hatte, war es bereits wertlos. Breite Schichten des Proletariats hungerten. Immer wieder kam es zu Plünderungen und Marktkrawallen, bei denen vor allem Arbeiterfrauen sich jene Güter des täglichen Bedarfs anzueignen versuchten, die sie anders längst nicht mehr für ihre Familien bekamen.

Die Weimarer Republik befand sich nicht allein in einer ökonomischen und sozial...

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