16.10.2013 / Inland / Seite 5

Fragwürdige Methoden

Nach einem NSU-Mord in München vernahm ein Kriminalbeamter schon 2006 Bekannte des Rechtsterroristen Martin Wiese. Neonazis sah er in ihnen nicht

Claudia Wangerin, München
War es Zufall, daß der »Nationalsozialistische Untergrund« (NSU) gerade in München zum ersten Mal ein Opfer griechischer Herkunft auswählte, oder spielte eine lokale Szeneerinnerung dabei eine Rolle? Bis zur Aufdeckung des NSU im November 2011 hatte die Polizei ganz andere Sorgen – das wurde am Dienstag bei der Zeugenvernehmung eines weiteren Ermittlers im Münchner NSU-Prozeß deutlich.

Kriminalhauptkommissar Mathias Blumenröther vom Polizeipräsidium München hat sich auf der Suche nach einem Motiv für den Mord an Theodoros Boulgarides am 15. Juni 2005 unter anderem dafür interessiert, ob und wie dessen Lebensgefährtin verhütete. Obwohl bundesweit bereits sechs Männer türkischer und kurdischer Herkunft mit derselben Waffe erschossen worden waren, ebenso wie der Münchner Schlüsseldienstinhaber, fragte Blumenröther dessen Freundin, ob sie die Pille nehme. Sowohl Boulgarides als auch seine neue Partnerin seien zur Tatzeit noch nicht rechtskräftig geschi...

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