05.10.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

Schönreden hilft nicht

Drittstärkste Fraktion im Bundestag: Welche Konsequenzen zieht die Partei Die Linke aus dem Wahlergebnis? Rot-Rot-Grün – zu Gabriels Bedingungen?

Peter Preiß
Am Wahlabend des 22. September 2013 triumphierte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Gregor Gysi: »Wer hätte 1990 gedacht, daß diese Partei die drittstärkste Kraft der Bundesrepublik Deutschland wird.« Den anwesenden Mitgliedern aus den westdeutschen Bundesländern, vor allem dem WASG-Gründer Klaus Ernst, müssen die Haare zu Berge gestanden haben. Gysis Satz war für sie ein Schlag ins Gesicht. »Diese Partei« von 1990, die PDS, gibt es nicht mehr. Ohne den Zusammenschluß mit der WASG, der 2005 auf den Weg gebracht und 2007 vollzogen wurde, wäre die PDS heute eine sterbende ostdeutsche Regionalpartei, die bereits seit 2002 in der Bundespolitik keine Rolle mehr spielen würde.

Um den Einfluß der westdeutschen Linken und auch die Rolle Oskar Lafontaines bei der Etablierung im Westen zu schmälern, wurde das Wahlergebnis kräftig schöngeredet und Gysis Anteil maßlos übertrieben. In Wahrheit blieb die Linke mit 8,6 Prozent unter dem Ergebnis von 2005 ...

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