07.09.2013 / Ausland / Seite 6

Sehnsucht nach Krieg

Der Bruch des Völkerrechts als Daseinsform der Vereinigten Staaten von Amerika

Mumia Abu-Jamal
US-Präsident Barack Obama, der nach der irrsinnigen Regierungspolitik seines Vorgängers George W. Bush lange Zeit als Kriegsgegner angesehen wurde, hat seine Metamorphose in »Bush III« nun fast gänzlich vollzogen. Sein Kriegsgerede über die Bombardierung Syriens begründet er zwar mit dem Völkerrecht, gleichzeitig ignoriert er aber die Rolle der Vereinten Nationen. Das ist, gelinde gesagt, ein Widerspruch.

Nachdem die ehemals so verläßlichen Briten noch im seichten Wasser aus dem Boot gesprungen sind, hat sich Obama nun dafür entschieden, Zuflucht beim US-Kongreß zu suchen und mit ihm beim neuesten imperialen Abenteuer der USA entweder Ruhm einzuheimsen oder die Schande zu teilen, sollte auch dieser Waffengang wie der Irak-Krieg in einer Katastrophe enden.

Der Bruch des Völkerrechts ist nichts Neues für die Vereinigten Staaten von Amerika. Zum Beispiel in Sachen Folter, die im Gefangenenlager auf dem US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay alltägliche Praxis ...



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