26.08.2013 / Inland / Seite 2

»Das hat mit Rechtsprechung nicht viel zu tun«

Vorwurf eines Anwalts: Jobcenter will unbequemen Hartz-IV-Bezieher in die Klappse stecken. Ein Gespräch mit Jens Kadner

Gitta Düperthal
Jens Kadner ist Rechtsanwalt in ­Frankfurt am Main

Als Anwalt vertreten Sie einen Hartz-IV-Bezieher, dessen Rechte vom Jobcenter des Landkreises Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz angeblich beschnitten wurden. Eine Hexenjagd »à la Mollath« sei gegen ihn betrieben worden, sagen Sie. Was ist vorgefallen?

Einiges: Ich vertrete diesen Mandanten gegenüber dem Jobcenter Rheinland-Pfalz und dem Sozialgericht in Koblenz. Als ich das Mandat übernahm, hatte das Jobcenter bereits veranlaßt, ihn amtsärztlich zu untersuchen, und mehrfach versucht, ihm vor seiner Wohnung aufzulauern. Daß jemand sich nicht gefügig zeigt, sondern seine Rechte einklagt, ist man dort offenbar nicht gewohnt. Amtsvertreter klingelten und rannten um sein Haus herum. Weil er sich sein Hausrecht nicht nehmen und sich nicht hat provozieren lassen, hat das Jobcenter gedroht, ihm seine monatliche Hartz–IV-Leistung in Höhe von 384 Euro zu reduzieren.

Immer neue Schikanen gab ...

Artikel-Länge: 4701 Zeichen

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