14.08.2013 / Inland / Seite 5

Hungern gegen Ignoranz

Protestcamp in Bitterfeld: Linke appelliert vergeblich an Behörden und Politik, Flüchtlinge »wenigstens anzuhören«. Drei von ihnen verweigern die Nahrungsaufnahme

Susan Bonath
Seit dem 1. August harren Flüchtlinge in Bitterfeld in einem Protestcamp aus. Drei befinden sich seit einer Woche im Hungerstreik. Sie wollen auf ihre Lebensbedingungen in Asylbewerberheimen in Sachsen-Anhalt aufmerksam machen. Doch die zuständigen Kreis- und Landesbehörden interessiert das offenbar nicht. Die Flüchtlinge hatten sie für den gestrigen Mittwoch eingeladen, doch nicht ein einziger Vertreter erschien. Statt mit den Betroffenen zu reden, beteuerten die Ämter in Stellungnahmen, alles sei in Ordnung und die Unterkünfte »in normalem Zustand«.

Fotos vom Asylheim in Friedersdorf, die im Camp ausliegen, zeigen den »normalen Zustand«: Sperrmüllreife Möbel für zu viele Menschen auf zu engem Raum. In der isoliert gelegenen Baracke sind nach Angaben des Landkreises Anhalt-Bitterfeld 170 Flüchtlinge untergebracht. Ursprünglich war sie für 90 Personen ausgelegt. »Wir haben zu wenige Duschen und Toiletten, kein Internet, keinen Handyempfang«, ...

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