30.07.2013 / Titel / Seite 1

Bundestag verliert Krieg

Afghanistan: Truppenabzug für die Kameras. Allein am Montag über 100 Tote bei Kämpfen und Anschlägen. Vergleiche mit Flucht der US-Armee aus Vietnam

André Scheer
Sie haben alles daran gesetzt, den Krieg in Afghanistan aus dem Bundestagswahlkampf herauszuhalten. Weder die amtierende schwarz-gelbe Regierungskoalition noch SPD und Grüne wollen sich gern daran erinnern lassen, daß sie seit 2001 die Okkupation des Landes am Hindukusch stramm mitgetragen haben. Auch deshalb wurde das Afghanistan-Mandat für die Bundeswehr Anfang des Jahres von 435 der 620 Bundestagsabgeordneten gleich bis Februar 2014 verlängert – um jede Debatte darüber vor der Wahl zu vermeiden. Die meisten Massenmedien haben ohnehin längst vergessen, wie sie damals Jubelberichte über afghanische Mädchen verbreiteten, die dank der NATO-Soldaten endlich ihren Schleier ablegen konnten. Doch nun fällt ihnen die Realität auf die Füße.

Während am Montag für die Kameras aus dem afghanischen Masar-i-Scharif kommende Bundeswehrfahrzeuge im türkischen Schwarzmeerhafen Trabzon nach Deutschland verschifft wurden, meldete die Nachrichtenagentur ...

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