20.07.2013 / Ausland / Seite 7

Die Kerry-Formel

US-Außenminister versucht mit Einmannshow, einen »Friedensprozeß« zwischen Israel und den Palästinensern zu simulieren

Knut Mellenthin
Auch bei seinem sechsten Besuch blieb John Kerry der ersehnte Erfolg versagt. Am Freitag morgen verließ der US-Außenminister die jordanische Hauptstadt Amman, wo er sich unter anderem zweimal mit Mahmud Abbas zu mehrstündigen Gesprächen getroffen hatte. Der palästinensische Präsident, dessen reguläre Amtszeit seit Januar 2009 abgelaufen ist, informierte am Donnerstag abend die Spitzengremien der PLO und seiner eigenen Organisation, der Fatah, über den Verlauf seiner Unterredungen mit Kerry. Anschließend sollten sie ihr Votum abgeben, ob auf dieser Grundlage die praktisch schon seit 2008 unterbrochenen direkten Verhandlungen mit der israelischen Regierung wieder aufgenommen werden könnten. Die Diskussionen endeten jedoch ohne Entscheidung.

Tricks statt Verhandlungen

Ersten Meldungen zufolge wurde lediglich ein Ausschuß gebildet – seine Zusammensetzung blieb zunächst unbekannt –, der Kerrys Vorschläge genauer prüfen und dann eine Empfehlung an d...

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