12.07.2013 / Thema / Seite 10

Manifest des Gewissens

Geschichte. Vor 70 Jahren wurde bei Moskau das Nationalkomitee »Freies Deutschland« gegründet. Aus kriegsgefangenen Wehrmachtsangehörigen entwickelte sich eine ­schlagkräftige antifaschistische Widerstandsbewegung

Peter Rau
An der Bewertung des 12./13. Juli 1943 durch die offizielle Bundesrepublik hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert. So bietet der anstehende 70. Jahrestag der Gründung des Nationalkomitees »Freies Deutschland« einmal mehr Gelegenheit, kräftig gegen den Strich der einseitigen bürgerlichen Geschichtsschreibung zu bürsten. Denn in Sachen Ausgrenzung aus dem antifaschistischen Widerstand gilt nach wie vor das schon vor zehn Jahren bekräftigte Verdikt aus dem Bundesministerium der Verteidigung. Danach würden NKFD und »Bund Deutscher Offiziere« (BDO) erstens dem aus dem Grundgesetz der BRD abgeleiteten Traditionsverständnis der Bundeswehr zuwiderlaufen, zweitens sei wirklicher Widerstand aus der Kriegsgefangenschaft heraus nicht möglich gewesen, und drittens stehe dessen »starke kommunistische Prägung« einer umfangreichen Würdigung im Wege.

Damit folgt man – abgesehen von der einst üblichen antisemitischen Attitüde – der Sichtweise der fasc...

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