08.07.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

Ziel Altersarmut

Die Höhe der Renten sinkt, dennoch soll das Eintrittsalter auf 70 angehoben werden. Tatsachen spielen dabei keine Rolle

Markus Bernhardt
Die politischen Auseinandersetzungen um das Renteneintritts­alter reißen auch nach dessen Erhöhung auf 67 Jahre nicht ab. Seit 2012 wird es bis 2029 in einzelnen Schritten erhöht, d. h. nach 1964 Geborene können dann erst mit 67 Jahren in Rente gehen. Dennoch melden sich schon jetzt Wirtschaftsvertreter zu Wort, die unter Berufung auf den demographischen Wandel fordern, das Eintrittsalter nach und nach auf 70 Jahre zu erhöhen.

Die Befürworter argumentieren dabei nahezu faktenfrei und verzichten weitestgehend darauf, die realen gesellschaftlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. So nehmen sie z.B. die überdurchschnittliche Arbeitslosenquote bei über 50jährigen nicht zur Kenntnis und ignorieren, daß Firmeninhaber und Personalabteilungen Menschen dieses Alters selten eine Festanstellung anbieten: Von den offiziell registrierten etwa drei Millionen Arbeitslosen war Ende 2010 fast ein Drittel älter als 50 Jahre.

Hinzu kommt, daß viele Berufe – etwa im ...



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