28.06.2013 / Ausland / Seite 6

Stinkefinger aus Quito

Nach US-Drohungen: Ecuador verzichtet auf Zollerleichterungen

André Scheer
Ecuador gibt sich gelassen – und standfest: Nachdem führende Repräsentanten der US-Administration dem südamerikanischen Land am Mittwoch angedroht hatten, bestehende Zollerleichterungen zu streichen, wenn es dem NSA-Aussteiger Edward Snowden Asyl gewähre, verzichtete die Regierung in Quito am Donnerstag ihrerseits »einseitig und unwiderruflich« auf die 23 Millionen Dollar jährlich umfassenden Privilegien, da diese zur Epressung mißbraucht würden. Informationsminister Fernando Alvarado bot den USA während einer Pressekonferenz zudem an, ihnen »Wirtschaftshilfe« in gleicher Höhe zu leisten, damit Washington in die Lage versetzt werde, die Menschenrechtslage im Land zu verbessern.

Damit hat die seit Tagen schwelende Auseinandersetzung zwischen Ecuador und den USA um eine mögliche Asylgewährung für Snowden einen neuen Höhepunkt erreicht. Bereits am Montag hatte Staatschef Rafael Correa über den Internetdienst Twitter erklärt, seine Regierung werde »mit...

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