24.06.2013 / Thema / Seite 10

Ein Mensch brennt aus

Literatur. Enno Stahls Roman »Winkler, Werber«

Ingar Solty
Gibt es einen Roman des Neoliberalismus, einen Roman der Krise? Der am 24. Juni 1962, heute vor 51 Jahren, in Duisburg geborene Enno Stahl versucht sich daran. In seinem ersten großen Roman »Diese Seelen« von 2008 erzählte er »Geschichten aus dem Neoliberalismus«, mit »Winkler, Werber« hat er ein »Psychogramm der Krise« vorgelegt.

Stahl will mehr sein als literarischer Seismograph einer nichtreflektierten Umwelt. Er bildet sich einen Begriff von der Kapitalismusphase, in der wir leben, um davon ausgehend mit den Mitteln der Ästhetik gegen sie anzuschreiben und ihre Pathologien aufzuzeigen. Im Ergebnis liefert Stahl keine narzißtische Nabelschau, keinen selbstmitleidigen Weltschmerzkitsch in der ersten Person Singular, keine poppige Ideologisierung flexibilisierter Lebensweisen, keine Flucht in phantastische Welten, keinen sadistischen Horrorquatsch, sondern sozialen Realismus. Seine Schilderungen der Arbeitsabläufe erinnern an die Gruppe 61 und den Werkk...

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