07.06.2013 / Feuilleton / Seite 13

Verdammte Hippies

In der Zwangsjacke der Vergangenheit: »Etwas Besseres als die Freiheit«, der zweite Roman von Wolfgang Frömberg

Martin Willems
Franz Wormerich, strammer Katholik, vom Krebs zerfressen, will ein Zeichen setzen. Jeder soll sehen können, wem er, der Todgeweihte, sein Haus, vielmehr Lebenswerk, überlassen muß. Er bündelt seine letzten Kräfte und streicht die Eingangstür feuerrot – Warnsignal und Mahnmal zugleich.

Ursula Heller und Werner Sonnenschein, prominente 68er und Auslöser des Farbstatements, flüchten sich Mitte der 70er Jahre nach einem Brand in ihrer Kommune »Heller Sonnenschein« in die Abgeschiedenheit der Eifel. Mit dem selbstformulierten Anspruch, die Geschichte des Vorbesitzers mit der eigenen zu überlagern: Sie bewahren dessen gesamte Hinterlassenschaft – der Nachlaß als Bürde. Ihr Sohn Leo sieht in ihnen nicht mehr als »verdammte Hippies« und »Zen-Faschisten«, die er im Alter von 13 Jahren – Punk war mittlerweile auch in der deutschen Provinz angekommen – Richtung London verlassen hat. Im Kopf die Songs der Sex Pistols, im Herzen di...

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