30.05.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

»Obama muß nur ein Stück Papier unterschreiben«

Als ihr Vater verhaftet wurde, war seine Tochter sechs Jahre alt. Wenn er 2024 entlassen wird, ist sie 32. Gespräch mit Laura Labañino

André Scheer
Laura Labañino lebt in Havanna und studiert an der Universität internationale Beziehungen. Sie ist die Tochter des seit 1998 in den USA inhaftierten Ramón Labañino

Wie lebt man in Kuba als Tochter eines Nationalhelden?

Diese Frage ist immer schwierig zu beantworten. Die ganze Geschichte begann, als ich sechs Jahre alt war, ich bin also praktisch mein ganzes Leben lang die »Tochter eines Helden«. Was ich hervorheben muß, ist die Herzlichkeit und das Mitgefühl unseres Volkes. Ich werde immer wieder gefragt, wie es meinem Vater geht. Vor einiger Zeit rief er mich gerade an, als ich mit meinen Kommilitoninnen zusammen gelernt habe. Sie haben sich über den Anruf gefreut, als wäre es ihr eigener Vater gewesen.

Wie gelingt es dir und deiner Familie, Kontakt zu deinem Vater zu halten?

Zum einen gibt es die Möglichkeit, E-Mails zu schicken. Mein Vater hat Zugang zu einem Computer, und wir dürfen zwei bis drei E-Mails am Tag austauschen. Ihnen dürfen aber keine Anh...

Artikel-Länge: 3424 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe