23.05.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

Keine Sensation mehr

Sachsens Verfassungsschutz soll das NSU-Kerntrio schon vor 13 Jahren als Terrorgruppe eingestuft haben. Alles nicht neu, sagt eine Linke-Politikerin

Claudia Wangerin
Dem Fernsehmagazin »Report Mainz« wurde es »zugespielt«, eine »Sensation« nannte es der frühere Verfassungsschützer Winfried Ridder, der jahrzehntelang für das Bundesamt (BfV) tätig war: Ein Geheimdokument über das »Zwickauer Terrortrio« aus dem Jahr 2000 – verfaßt noch vor dem ersten Mord, der heute den 1998 untergetauchten Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe angelastet wird. Schon im April 2000 hat der Inlandsgeheimdienst sie demnach als Terrorgruppe eingeschätzt. Empfänger des Schreibens mit dem Briefkopf des Präsidenten des Landesamts für Verfassungsschutz in Dresden waren der damalige sächsische Innenminister Klaus Hardraht (CDU) und mehrere Mitarbeiter seines Hauses, wie Report Mainz am Dienstag abend berichtete.

In dem 13 Jahre alten Dokument heißt es über das 2011 als »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) bekannt gewordene Trio, Zweck der Vereinigung sei es, »schwere Straftaten gegen die freiheitlich demokratische Gru...

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