22.04.2013 / Inland / Seite 8

»Kritik an Israel wäre besser, als ihm Geschenke zu machen«

Die Ankündigung der SPD, in der Negev-Wüste einen Wald zu pflanzen, wird mit einiger Skepsis gesehen. Ein Gespräch mit Meir Margalit

Rolf-Henning Hintze
Meir Margalit wurde als Mitglied der ­sozialdemokratischen Meretz-Partei in den Stadtrat von Jerusalem gewählt

Die SPD hat Israel anläßlich des bevorstehenden 65. Jahrestages der Staatsgründung einen Wald geschenkt: Die Parteimitglieder wurden zu Spenden aufgerufen, mit deren Hilfe in der Negev-Wüste etwa 5000 Bäume gepflanzt werden sollen. Dadurch würden die dort lebenden Beduinen vertrieben …

Ich bin sehr unglücklich darüber. Die Regierung versucht ohnehin, Tausende und Abertausende Beduinen von ihrem Land in der Negev-Wüste zu vertreiben. Die SPD sollte zur Kenntnis nehmen, daß sie den Eindruck erweckt, mit einem solchen Geschenk die Politik des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu unterstützen. Für ihn lautet doch die Botschaft: Deutschland steht hinter uns.

Der israelischen Regierung sollte auch klar sein, daß alle Freunde unseres Landes eines Tages sagen werden: »Genug ist genug«, wenn sie die Diskriminierung der Mensc...

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