20.04.2013 / Titel / Seite 1

Premiers vor Gericht

Bombenleger-Affäre in Luxemburg: Gericht will Jacques Santer und Jean-Claude Juncker vorladen. Sie wußten davon, taten aber nichts

Ali Ruckert und Peter Wolter
Für Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker und seinen Vorgänger Jacques Santer wird es eng: Das Kriminalgericht des Landes will beide Politiker zu Vorwürfen hören, sie hätten gewußt, daß die NATO-Geheimorganisation »stay behind« mit Hilfe des luxemburgischen Geheimdienstes »Service de Renseignement« (SREL) zwischen 1984 und 1986 mindestens 18 Bombenattentate verübt hat. Die Anschläge galten vor allem Strommasten eines Energieversorgers, es wurden aber auch Bomben in der Radarstation des Flughafens und in Büros gelegt. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Gaston Vogel, Verteidiger von zwei Expolizisten, die im »Bommeleeér«-Prozeß (Bombenleger) der Beteiligung an solchen Anschlägen angeklagt sind, sagte der jW am Freitag, die Vorsitzende Richterin habe seinem Antrag zugestimmt, nicht nur Juncker und Santer vorzuladen, sondern auch den ehemaligen Justiz- und jetzigen Finanzminister Luc Frieden sowie Geheimdienstbeamte. Er rechne damit, daß ...

Artikel-Länge: 4124 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe